Marianne

Vor 3 Jahren haben mich körperliche Beschwerden zu Dir geführt, deren Ursache in traumatischen Erlebnissen früherer Jahre lagen. In nur vier Sitzungen waren nicht nur meine Beschwerden verschwunden, sondern ich konnte auch in meiner Seele mit diesen Ereignissen Frieden schließen. Dass sich Körper und Seele wechselseitig beeinflussen, habe ich damals schon irgendwie gewusst - theoretisch zumindest. Die Enge dieser Beziehung aber so unmittelbar am eigenen Leib zu erfahren, hat meine Sicht der Welt nachhaltig verändert. Die Theorie eines ganzheitlichen Menschenbildes von Körper, Seele und Geist hat Gestalt angenommen. Und die Tatsache, dass "es da noch etwas gibt" - eine geistig-spirituelle Dimension, mit der wir Menschen in Verbindung stehen - ist zur Gewissheit geworden.

Letztes Jahr habe ich nun auch die drei Workshops über emotionale Freiheit bei Dir besucht. Offensichtlich habe ich mich so schnell an meine neue emotionale Freiheit gewöhnt, dass ich mir das Alte kaum vergegenwärtigen kann. Was sich verändert hat, ist mein inneres Erleben.

Situationen, in denen ich früher nervös, gereizt und ungeduldig wurde, können mich heute nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Früher fühlte ich mich von den Ereignissen um mich oft persönlich betroffen. Sagte eine Freundin ein Treffen mit mir ab, war ich unbewusst verunsichert und enttäuscht. Ich bezog es auf mich und stellte meinen Selbstwert in Frage. Mein Verstand verbot mir allerdings, so zu denken, denn es war ihr offensichtlich nur etwas dazwischen gekommen. So war ich gekränkt, ohne mir bewusst zu machen warum. Ich lebte in ständigen inneren Konflikten zwischen dem, was mein Verstand für richtig empfand und dem, wie ich mich fühlte.

Ich konnte mit den Stimmungen, Launen, ja sogar Meinungen anderer Leute schlecht umgehen. Sie trafen mich, verletzen mich und ich ärgerte mich über sie. Ich hatte Angst, mich zu blamieren und zog mich zurück, um peinliche Situationen zu vermeiden. Sogar Feste waren mir manchmal ein Graus, aus Angst, dass mir nicht der richtige Schmäh einfiele.

Die Tatsache, dass mich anderer Leute Gefühle, Gerede und Getue nicht mehr so aus meinem emotionalen Gleichgewicht bringen, hat mich den Menschen näher gebracht, v. a. meinen Kindern. War eines von ihnen sauer oder wütend auf mich, hielt ich das früher fast nicht aus. Entweder rechtfertigte ich mich hundertmal oder ich beschuldigte mein Kind, für meine Reaktion verantwortlich zu sein. Ich versuchte alles, damit der Zorn nur ja bald wieder vergehe. Sie müssen sich elend gefühlt haben und es tut mir leid, nicht früher "aufgewacht" zu sein. Jetzt kann ich ihren Zorn verstehen, annehmen und bei ihnen lassen. Dann geht er schneller vorbei. Ich habe Vertrauen in sie und ihre Fähigkeit, weiterzugehen und nicht beim "Negativen" hängen zu bleiben. Ich glaube, dass meine Schwierigkeiten loszulassen und stattdessen wie ein trotziges Kind darauf zu beharren, dass "es aber schlimm sei", so ähnlich entstanden sein müssen: durch mangelnde Akzeptanz und mangelndes Vertrauen.

Aber - und das ist auch ein schöner Aspekt der Arbeit mit dir - es ist nicht wichtig die Dinge zu analysieren und zu zerpflücken, um zu lernen und um anders zu handeln. Sobald die emotionale Ebene bereinigt ist, ist es um vieles leichter lästige Gewohnheiten hinter sich zu lassen und zu neuen Handlungsmustern zu finden. Der Zaun der eigenen inneren Konflikte nimmt einem nicht mehr die Sicht und so können Situationen offener erlebt werden. Um bei deinem Beispiel mit dem Dorn in der Haut zu bleiben: Wenn der Dorn entfernt ist, sieht man nicht mehr die Wunde, sondern die Schönheit der Welt. Wo früher Trübsal, Selbstmitleid und Ängste mein Gefühlsleben bestimmten, sind es heute Dankbarkeit, Freude und Liebe. Das ist eine Lebensqualität, die ich nicht mehr missen möchte. Danke Reza.

6. April 2007