Dany

Eines Morgens, ich wollte eben gut gelaunt ein Glas Wasser trinken, da verspürte ich im Rücken einen so heftigen stechenden Schmerz, dass mir das Atmen schwer fiel. Da ich sehr sportlich bin dachte ich, ich könnte diesen loswerden, wenn ich mich bewegte. Dies tat ich auch; daraufhin ließ mich ein starker lähmender Schmerz zu Boden gehen. Beinah ohnmächtig gelang es mir nur mit allergrößter Mühe mittels Kurzwahltaste meine Freundin anzurufen, die dann für mich die Rettung verständigte.

Die im Krankenhaus verabreichten Infusionen haben die Schmerzen erträglicher gemacht. Dafür war ich dankbar, obgleich ich über vierzig Stunden gelähmt in kniender Stellung zubringen musste. Der erste Versuch die Toilette zu benützen blieb erfolglos: Unter entsetzlichen Schmerzen habe ich es zwar bis zum WC-Becken geschafft, doch ich konnte mich nicht hinsetzen.

In einem Arztgespräch wurde mir mitgeteilt, dass ich einen Bandscheibenvorfall erlitten habe und mein Leben lang unter Schmerzen leiden müsse. Auch werde ein Krankenstand in der Dauer eines halben Jahres unumgänglich sein. Schockiert gab ich zur Antwort: "Ich gehe morgen in mein Geschäft!", was beim Arzt nur ein ungläubiges Kopfschütteln auslöste.

Nun hatte ich Glück im Unglück: Eine Nachbarin erzählte mir bei ihrem Besuch von Herrn Ketabi Pour und der tollen Heilung, die er bei ihr ermöglicht hatte. Ihre Schwester, eine Ärztin, die mir mit Akupunktur zu helfen versuchte, riet mir, Herrn Ketabi - Pour sofort anzurufen. Da sie mit ihm zusammen arbeite wisse sie, dass durch seine Methode vorher undenkbare Heilungsprozesse erfolgt seien.
Das Krankenhaus habe ich dann gegen Revers verlassen.

Zwei Tage später war der Termin bei Herrn Ketabi Pour. Ich war voll Hoffnung aber gleichzeitig auch etwas skeptisch. Zu Beginn hat er lange mit mir gesprochen; danach zirka 30 Minuten an der Vorderseite meines Körpers gearbeitet. Als er sagte: "O.K. Frau Dany, die Schmerzen müssen jetzt weg sein. Bitte stehen Sie auf und bewegen Sie sich nach rechts und links", dachte ich, dieser Mann muss verrückt oder aber von seinem Können sehr überzeugt sein! Auf meine ängstliche Nachfrage meinte er: "Sie hatten einige energetische Blockaden in ihrem Körper und die habe ich aufgelöst - bitte versuchen Sie es."

Ich hatte erst Angst und bewegte mich langsam und vorsichtig bis ich merkte, dass der Schmerz wirklich verschwunden war. Ich konnte mich tatsächlich in alle Richtungen bewegen! Es ist erstaunlich, wie Herr Ketabi Pour das geschafft hat. Meine Gesundheit habe ich in kurzer Zeit wieder gewonnen. Nun sind zwei Jahre vergangen und Gott sei Dank lebe ich noch immer schmerzfrei.

Herr Ketabi Pour hat mir auch auf psychischer Ebene sehr geholfen. Um das zu erklären will ich einiges aus meinem Leben erzählen:

Als ganz kleines Kind hörte ich von Erwachsenen das Wort "Hure". Dieses Wort hat sich tief in mir gespeichert und wohl auch die Verachtung, die damit ausgedrückt wurde. In Bosnien, dem Land, in dem ich geboren bin, werden unsympathische Frauen so bezeichnet. Nichts fürchtete ich mehr, als auch einmal eine "Hure" zu werden. Dieser Gedanke verfolgte mich ständig und wann immer ein Mann an mir Interesse zeigte beschimpfte mich meine innere Stimme: "Du bis eine Hure!" Mein größter Wunsch war es, diese Stimme für immer abschalten zu können.

Meine Kindheit ist geprägt durch bitterste Armut. Ganz besonders aber durch Tätlichkeiten meines jähzornigen Vaters. Die ganze Familie hat unter ihm gelitten. Ich als ältestes von vorerst drei Geschwistern wurde jedoch immer für alles verantwortlich gemacht, d.h. geschlagen. Mein Körper war oft übersät mit tiefen blutenden Striemen verursacht durch Peitschenhiebe, die er mir bis zur Erschöpfung zufügte. Er hat mich mit seinen Fäusten traktiert und mit allem, was ihm in die Hände fiel, verprügelt. Ich war ihm hilflos ausgeliefert und habe alles still über mich ergehen lassen.

Als ich vierzehn Jahre alt war schien das Leben eine gute Wendung zu nehmen: Die Schwester meiner Mutter kam eines Tages mit ihrem Mann aus Wien auf Besuch. Sie machten den Vorschlag, meine kleine Schwester und mich nach Wien mitzunehmen und für uns zu sorgen. Die Eltern freuten sich über dieses großzügige Angebot, da sie auch ärztliche Hilfe für meine kranke Schwester suchten. Und ich wünschte mir so sehr, meine Eltern verlassen zu dürfen.

In Wien angekommen waren wir Kinder erst voll Freude und Hoffnung. Hier schien alles gut und unglaublich schön. Doch bald begann ein neuer, elf Monate andauernder Albtraum: Meine Tante fing an, meine wehrlose Schwester zu misshandeln. Nach Tagen voller Angst hatte ich endlich Kraft, dagegen zu protestieren. Daraufhin ist diese Frau wie eine Furie auf mich losgegangen und hat meinen Kopf voller Wucht mit beiden Händen gegen die Wand geschlagen. Ich war total benommen, konnte nichts mehr tun. Dies alles hat sich nun solange wiederholt, bis meine Schwester eines Tages nicht mehr aufwachte.
An diesem Tag ist mein Herz gebrochen. Mein Leben hatte keinen Sinn mehr für mich.

Kurze Zeit später begann mein Onkel mich sexuell zu belästigen. Er missbrauchte mich und verbot mir ausdrücklich, mit jemand darüber zu sprechen.
Mit dieser neuen Enttäuschung konnte ich nicht mehr fertig werden, ich war total verzweifelt. Das Leben hat keinen Sinn, dachte ich wieder. Ich war nun fest entschlossen mich umzubringen. Ich suchte Bahngleise auf, legte mich auf die Schienen. Bevor aber der Zug mich erreichte rettete mich ein "Schutzengel" - es war eine Nachbarin meines Onkels. Sie nahm mich mit in ihre Wohnung und übergab mich am nächsten Tag an die Fürsorge.
Wie konnte diese Frau von meinem Vorhaben, von dem Ort der Durchführung wissen? Das wird immer ein Rätsel für mich bleiben, denn ich kann sie nicht mehr fragen, sie ist längst gestorben.

Die folgenden drei Jahre verbrachte ich in einem Lehrlingsheim. Wir waren fünfzehn Mädchen im Schlafzimmer. Da ich dort die einzige Ausländerin war musste ich als eine Art Sündenbock herhalten: Ich wurde beschimpft, geschlagen, nie akzeptiert, immer ausgegrenzt. Das war eine sehr harte Zeit. Doch ich hatte ein festes Ziel: Einen Beruf zu erlernen. Zwei weitere Jahre verbrachte ich in einem Gesellenheim. Und hier habe ich mir das Geld für eine Hauptmiet-Wohnung erspart.

Als ich es endlich geschafft hatte war ich darüber sehr froh.

Dann aber hatte ich ein ganz böses Erlebnis, das harmlos begann: Ein Mann versuchte mich in einem Lokal zu verführen. Ich hatte kein Interesse und ignorierte ihn. Einige Tage später stand er mit einem Strauß roter Rosen vor meiner Tür. Woher kannte er meine Adresse?! Völlig überrascht ließ ich ihn in die Wohnung. Doch als die Tür geschlossen war begann für mich ein Psychoterror: Er setzte mir ein Messer an die Kehle. Er schlug auf mich ein und vergewaltigte mich! Unter diesem Trauma habe ich jahrelang gelitten; nie mehr konnte ich mich als Frau wohl fühlen.

Erst Herr Ketabi Pour konnte all diese Last in einigen Sitzungen von mir nehmen! Ich besuchte auch einige Workshops bei ihm und verarbeitete in ihnen meine Vergangenheit. Endlich bin ich emotional frei geworden. Mein Selbstbewusstsein ist enorm gestiegen. Mir geht es sehr gut, ich habe große Freude an meinem Leben. Ich sehe mich wie ein dicker Baum, dessen Wurzeln tief in die Erde reichen. Es regnet manchmal, es kann auch schneien und eisig kalt oder aber durch Sonnenschein brennend heiß sein - es ist alles O.K. Der Baum bleibt trotzdem stark - dieser Baum bin ich!

Ich verbeuge mich vor Herrn Ketabi Pour mit dem tiefen Gefühl immer währender Dankbarkeit, eine glückliche Dany.